Ein starkes Symbol

In dem Moment, als Jesus am Palmsonntag das Stadttor von Jerusalem durchquert hatte, stand er schon im Schatten von Golgatha, im Schatten des Kreuzes. Er selbst machte sich darüber überhaupt keine Illusionen. Auf dem Weg nach Jerusalem hatte er es seinen Jüngerinnen und Jüngern dreimal angekündigt, dass ihn diese Reise in den Tod führen wird. Und dass nach seinem Tod etwas geschehen würde, das noch niemals dagewesen war, und das die Welt aus den Angeln heben sollte. Den Jüngerinnen und Jüngern mutete er jedoch zu, ihm zunächst auf dem Weg nach Jerusalem zu folgen. Hindurch durch den Jubel an Palmsonntag, hinein in die Dunkelheit von Gründonnerstag und hinauf nach Golgatha an Karfreitag. Erst von dort könnten sie wirklich erkennen, welches Wunder an Ostern auf sie warten würde. Erst aus dem Schatten des Kreuzes sollten sie das Licht des Ostermorgens aufleuchten sehen.

Ich möchte Sie einladen, sich in diesem Jahr auf ganz besondere Weise dem Weg Jesu anzuschließen; dem Weg durch die Karwoche bis zum Kreuz und dann hinein in die Osterfreude. Dazu haben wir eine besondere Aktion vorbereitet: das Kreuz auf dem Kirchberg. Ab Palmsonntag (28. März 2021) wird auf dem Undinger Kirchberg ein Kreuz zu finden sein. Mitsamt seiner Umgebung wird sich dieses Kreuz mehrmals verändern. An Palmsonntag, an Gründonnerstag und schlussendlich an Ostern werden sichtbare Spuren der Kar- und Osterzeit zu entdecken und zu erleben sein. Sie sind eingeladen, diese Spuren zu finden, selbst zu gestalten und etwas davon auch mit nach Hause zu nehmen. Folgen Sie dem Weg Jesu und scheuen Sie den mehrfachen Aufstieg in der Karwoche auf den Kirchberg nicht. Und wenn Sie dann am Ostersonntag hinaufsteigen, dann nehmen Sie doch vorsichtshalber etwas Buntes oder etwas Blühendes mit, um eigene Osterspuren zu legen.

Herzlichst

Ihr Pfarrer Simon Wandel

Palmsonntag - ohrenbetäubender Jubel

Noch ist das Kreuz nicht aufgerichtet. Noch herrscht Jubel in Jerusalem. "Seht her, der Retter Israels kommt zu uns! Der Gottessohn! Der Messias! Der uns befreien wird: von den Römern, von unserer Glaubensschwäche, von unserer Schuld. Jetzt bricht die lang ersehnte gute Zeit an. Die Zeit Gottes mit uns, mit seinem geliebten Volk!"

Auch auf dem Kirchberg ist das Kreuz noch nicht aufgerichtet. Aber es ist schon da. Wir wissen, es wird bald seinen Schatten werfen. So wie Jesus schon wusste, dass sein Weg nach Jerusalem am Kreuz enden wird. Steigen Sie hinauf auf den Kirchberg und erleben sie die Spannung zwischen Jubel und Schmerz, zwischen hoffnungsfroher Erwartung auf den Retter und der bangen Erwartung auf das Kreuz.

Gründonnerstag und Karfreitag

Gründonnerstag, das ist die Nacht, in der Jesus verraten wurde. Das Kreuz wirft seine Schatten voraus - und auch auf dem Kirchberg wird es nun aufgerichtet sein. Es ist kein leichter Gang hinauf ans Kreuz, das so sehr für Schmerz und Einsamkeit steht. Doch es tut gut zu wissen, gut zu spüren, gut zu erfahren, dass unser Gott den Schmerz und die Einsamkeit auch durchlitten hat. Dass er weiß, wie es sich für uns anfühlt an den Tagen, an denen wir uns Kreuz tragen.

Also wagen Sie ein zweites Mal den Weg auf den Kirchberg hinauf und hinein in den Schatten des Kreuzes. Lassen Sie sich ein auf diese besondere Erfahrung und legen Sie, wenn Sie mögen, Ihren Schmerz in Gottes Hand.

Ostern

"Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier er ist auferstanden, wie er gesagt hat." (Matthäusevangelium, Kapitel 28)


Freuet euch, das Grab ist leer! Jesus hat den Tod besiegt und zwar nicht allein für sich selbst, sondern für uns alle. Selbst das Kreuz, das Symbol des Todes, hat seine bedrohlichen Schatten verloren. Selbst das Kreuz strahlt nur noch Leben und Freude aus. Machen Sie sich ein drittes Mal auf den Weg und tauchen Sie ein in die blühende, in die unbändige Freude des Ostermorgens. Und wenn Sie selbst ein blühendes oder ein buntes Symbol des Lebens zur Hand haben, dann nehmen Sie es doch einfach mit.